Persönlichkeiten des Ortes

Dr. Ernst Anschütz (1780 -– 1861)

anschutz

  • 1780 in Goldlauter als Sohn des Ortspfarrers Johann Heinrich Christian Friedrich Anschütz als erster von 2 Söhnen geboren
  • 1795 Besuch des Gymnasiums in Schleusingen
  • 1798 Beginn des Studiums der Theologie in Leipzig 
  • 1799 erste Tätigkeit als Lehrer an der Wendlerschen Freischule – einer Bürgerschule in Leipzig
  • 1802 Promotion als Magister und Doktor der Philosophie er hat 2 Arbeiten zum Habilitieren vorgelegt, aber beide von ihm gewählten Themen wurden nicht anerkannt, aber eigentlich nur, weil er als Franke, zu denen damals das Hennebergische zählte, keine Anerkennung in Sachsen fand
  • nunmehr widmete er sich in ganzem Umfang der Lehrertätigkeit an der Bürgerschule
  • 1809 wurde er in die Freimaurerloge Apollo aufgenommen, der er nach seinen Worten „einen großen Teil der Tätigkeit seines Lebens“ widmete
  • 1812 heiratet er Amalia Maria Magdalena Sorge
  • 1824, 1828, 1830 gab er 3 Hefte bei Reclam als erste Schulgesangbücher heraus, die eine 2. Auflage erlebten, teilweise sammelte er Volkslieder, schrieb auf bekannte Melodien kindgerechte Texte, aber bei vielen sind die Texte und Melodien von ihm, darunter waren solche noch heute bekannten Lieder wie: Alle Jahre wieder, O Tannenbaum, Fuchs du hast die Gans gestohlen, Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, Wenn ich ein Vöglein wär
  • E.Anschütz war seit frühen Jugend sehr musikbegeistert und konnte Klavier und Orgel spielen, erlernte Violine, Viola, Cello und Klarinette und später Baß spielen
  • 1818 übernahm er zusätzlich die Stelle eines Organisten und Kantors, da er und seine Familie mit 7 Kindern unter ständiger Geldnot litt
  • Er verzichtete auf große Honorare bei der Veröffentlichung seiner Bücher, um sie für die Kinder in der Schule bezahlbar zu halten.

Trotz seiner Armut genoss er volle Achtung und Anerkennung in den wohlhabenden Kaufmanns- und Buchhändlerkreisen Leipzigs, was sich z.B. in den Freundschaftsbeziehungen zur Familie Reclam und zu Musikern des Gewandhauses zeigte.

  • 1849 nach 50-jähriger Tätigkeit beendet er seine Lehrertätigkeit an der Bürgerschule
  • 1861 verstarb er und wurde auf dem Neuen Johannisfriedhof in Leipzig bestattet

E. Anschütz führte 55 Jahre lang ( 1807-1861) gewissenhaft Tagebuch, die teilweise auch gedruckt wurden, aber leider zu einem Großteil 1953 verloren gegangen sind. Aber wenige Aufzeichnungen sind noch bei den Nachfahren vorhanden und bilden die Quelle unserer jetzt vorhandenen Informationen.

Ihm zum Gedenken wurde aus Anlaß seines 200. Geburtstages 1980 eine Gedenktafel am Pfarrhaus angebracht und 1999 ein Gedenkstein vor dem Pfarrhaus aufgestellt.

Nach ihm ist eine Straße im neu erschlossenen Wohngebiet „Breites Feld“ in Goldlauter-Heidersbach benannt.

Zum 225. Geburtstag wurde ein Holzrelief an der Autobrücke Goldlauter 2005 enthüllt. die Entwürfe stammen vom Suhler Bildhauer Ulrich Bühling und wurde von Vital Sidorow aus der Partnerstadt Kaluga geschaffen    

22.05.2016 Einweihung Ernst Anschütz Liederwanderweg  in Goldlauter Start Autobrücke   

Johann Christoph Stockmar (1719 - 1747)

  • Als Sohn des Kupferstechers Johann Nicolaus Stockmar in Heidersbach geboren, sein Vater gehört zu den Begründern Heidersbachs und betrieb die erste Büchsenmacherwerkstatt von Heidersbach
  • 1719 in Heidersbach geboren 1747 verstorben
  • erlernte den Beruf des Büchsenmachers und Graveurs
  • baute mit seinem Vater Johann Niklaus Stockmar (1680-1750) und seinem Bruder Johann Wolfgang Heinrich Stockmar (1707 – 1785) eine eigene Büchsenmacher-Werkstatt auf
  • Familie Stockmar gilt als Begründer des selbständigen Graveur-Gewerbes
  • Lieferten Luxuswaffen an den Sohn August des Starken, August III. an den Dresdner Hof
  • 1745 wurden Vater und Sohn zu königlichen Hof-Graveuren ernannt

Die Graveurarbeiten von J. C. Stockmar gelten als Glanzleistungen des Kunsthandwerkes des Rokoko und können noch heute im Grünen Gewölbe von Dresden und im Waffenmuseum Suhl (Leihgabe der Dresdner Kunstsammlungen) bewundert werden. Da Johann Christoph Stockmar als der Fähigste der Werkstatt galt, wurden alle Arbeiten der Werkstatt von ihm signiert.

  • J. Wolfgang Heinrich Stockmar wurde 1732 zum königlichen Hofmedailleur des Weimarischen Hofes ernannt
  • Die Graveurtradition wurde durch 3 der 12 Kinder von J. Wolfgang Heinrich Stockmar als Medailleure fortgesetzt

Alle Stockmars arbeiteten je nach Auftragslage als Graveure, Medailleure oder Büchsenmacher. Nach ihm ist eine Straße im neu erschlossenen Wohngebiet „Breites Feld“in Goldlauter-Heidersbach benannt.

(Quelle: Peter Arfmann, Artikel aus „ Freies Wort“)